Sechs Medaillen für die Wasserfreunde bei den NRW-Meisterschaften

Erneut NRW-Bronze für die Lagenstaffel der Wasserfreunde mit Karolin Pult, Ilka Bathge, Lena Rosenstengel und Lara Pohlmann (von links).

 

Lena Rosenstengel (21) schwimmt zu Bronze in der offenen Klasse – Doppel-Gold für Lara Pohlmann (17) in der Jahrgangswertung

 

„Bei jedem ihrer Starts ist Lena ins Finale gekommen“, lobte Wasserfreunde-Coach Christof Taube die 21-jährige Lena Rosenstengel, die seit fünf Jahren nicht mehr so schnell unterwegs war. Lohn der Plackerei war für die Studentin der Gewinn einer Bronzemedaille über 200 Meter Schmetterling.

 

Als drittschnellste Frau im Lande verfehlte die Bielefelderin in 2:20,82 Minuten nur knapp eine bessere Platzierung. Einen Wimpernschlag schneller waren nur Jana Markgraf (2:18,93 min) von der SG Bayer und Leonie Göbels (2:19,63) von der SG Essen. Ebenso überzeugend präsentierte sich in diesem Endlauf Carla Beckmann (2:26,94 min/8.), die sich mit dieser Zeit wohl auch für die deutschen Titelkämpfe qualifiziert hat. Zudem erzielte die 32-jährige Schwimmerin über 100 m Schmetterling (1:06,86 min / 16.) noch eine persönliche Bestzeit.

 

Bereits zwei Wochen nach dem Trainingslager reisten die Wasserfreunde mit 20 (!) Aktiven zu den NRW-Meisterschaften nach Wuppertal – so vielen Athleten wie noch nie. Die Zeit zum Regenerieren war entsprechend kurz. „Zumal wir in der Woche vor Ostern täglich acht Stunden trainiert haben“, erläuterte Wasserfreunde-Coach Christof Taube. „In der Woche darauf kamen noch einmal sechs Trainingseinheiten dazu.“ Als Standortbestimmung diente danach ein Wettkampf in Bochum, bei dem allerdings die Schnelligkeit fehlte. „Manchen steckte das Trainingslager noch in den Knochen, so dass viele ihren Saisonhöhepunkt noch nicht erreicht haben.“ Diese Einschätzung gilt auch für die Titelkämpfe in Wuppertal.

 

Die dritte Medaille in der Offenen Klasse fischten die Wasserfreunde mit der 4 x 100-Meter-Lagenstaffel (Karolin Pult, Ilka Bathge, Lena Rosenstengel, Lara Pohlmann) aus dem Wasser. In 4:28,34 Minuten wurde das Bielefelder Quartett hinter der nationalen Elite der SG Essen (4:20,12) und der SG Dortmund (4:23,45) hervorragende Dritte. Auf einem undankbaren vierten Platz landete am Ende eines langen Wettkampf-Wochenendes die 4 x 100-Meter-Freistilstaffel (4:00,50), bei der Annika Günzel für Ilka Bathge ins Team rückte.

 

Weitere Top-Ten-Platzierungen erzielten die Wasserfreunde dann noch mit den Männern über 4 x 100-m-Lagen (4:07,63 min / 7.) und mit neuem Vereinsrekord über 4 x 100-m-Freistil (3:43,89 min / 6.). „Das war wirklich eine Super-Leistung, zumal der bestehende Rekord noch auf der Kurzbahn erzielt wurde“, erläuterte Christof Taube. „Bei der Lagenstaffel fehlte nicht mal eine Sekunde zum Rekord.“ Als Startschwimmer der Freistil-Staffel hatte Alexander Teubert (57,13 sec) die Wasserfreunde auf Kurs gebracht, es folgten Fabian Mund, Philipp Strehle und Niklas Klingenberg die dank eines 55-Sekunden-Schnitts den Vereinsrekord deutlich verbesserten. Neuer NRW-Staffelmeister wurde hier die SG Dortmund (3:33,99 min). Das starke Mannschaftsergebnis rundeten zwei sechste Plätze mit der 4 x 100-m-Freistil-Mixed-Staffel (3:51,19 min) sowie mit der 4 x 100-m-Lagen-Mixed-Staffel (4:15,84 min) ab.

 

Ein ‚Sahnewochenende’ erwischte Lara Pohlmann, die mit zwei Jahrgangstiteln geschmückt nach Bielefeld zurückkehrte. Sowohl über 50 m Freistil (27,27 sec) als auch über 100 m Freistil (59,82 sec) hatte die starke Konkurrenz das Nachsehen. Mit ihren neuen Bestzeiten erreichte sie auf beiden Strecken sogar das Finale in der offenen Klasse. Nach einer weiteren Steigerung über 50 m Freistil (27,03 sec) wurde die 17-jährige Schülerin sogar Gesamtfünfte. „Mit diesen Zeiten hat Lara sich bereits für die deutschen Jahrgangsmeisterschaften qualifiziert.“

 

Zweimal jubeln durfte auch Pia Oberhokamp (18) über ihre starke Jahrgangswertung. Zum einen über ihren Vize-Titel über 400 m Freistil (4:47,78 min), zum anderen über die Bronzemedaille, die sie auf der halben Distanz über 200 m Freistil (2:16,00 min) mit nach Hause nehmen konnte. „Da Pia im Abi-Stress steht, waren die Zeiten eher zweitrangig“, urteilte Christof Taube. Bei Annika Günzel (17) geht die Formkurve wieder nach oben – etwa über 50 m Schmetterling (30,25 sec / 6.) sowie über 100 m Freistil (1:02,41 min / 7.). Nach krankheitsbedingten Rückschlägen findet auch Janina Poppensieker (15) mit allein vier Bestzeiten und fünf Top-Ten-Platzierungen zu alter Stärke zurück. Ihre besten Platzierungen erreichte sie über 50 m Freistil (28,32 sec / 6.) und über 50 m Rücken (32,78 sec / 7.).

 

Neben zwei Bestzeiten über 50m Freistil (29,00 sec/18.) und 100m Rücken (1:13,73 min/18.) gelang Pia Kleinebekel (14) über 400 m Freistil (4:45,57 min / 5.) ebenfalls der Sprung unter die besten Sechs. Dasselbe Kunststück schaffte Torben Knollmann (18), der seine Bestmarken über 200 m Schmetterling (2:21,94 / 5.) sowie über 200 m Lagen (2:22,15 min / 13.) jeweils um mehr als zwei Sekunden (!) unterbot. Niklas Klingenberg (21) verbesserte sich teils deutlich über 50 m Rücken (29,19 / 28.) und 200 m Freistil (2:02,09 min / 28.).

 

Auf allen Rückenstrecken im Finale war Karolin Pult, die ihre Klasse nicht nur in den Staffeln, sondern auch in drei Finalläufen unter Beweis stellen konnte. Leider verfehlte sie als Vierte über 200 m Rücken (2:24,65 min) nur denkbar knapp einen Medaillenrang. Ansonsten liegt die 25-jährige Lehrerin sowohl über 50 m Rücken (32,44 sec / 10.) und über 100 m Rücken (1:06,97 min / 6.) in Schlagdistanz zu ihren Bestzeiten. „Das ist umso bemerkenswerter, da sie vor dem Trainingslager einen Auffahrunfall hatte und nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte ist.“

 

Einen weiteren Finalplatz in der offenen Klasse sicherte sich Philipp Strehle über 100 m Schmetterling (59,38 min / 9.), der seine beste Leistung über 50 m Schmetterling (26,45 sec / 17.) erzielte, wo er nur zwei Zehntelsekunden über seiner Bestzeit blieb. Schon im Trainingslager deutete sich die gute Form von Sarah Seipolt an, die sie bei den NRW-Meisterschaften nicht nur über 100 m Brust (1:20,51 min / 49.) und über 200 m Brust (2:54,61 min / 49.) bestätigte. Lange Zeit mit sich und seine Leistungen gehadert hatte Fabian Mund (20), der sich nach Knieproblemen eindrucksvoll über 50 m Brust (30,45 sec / 14.) und über 100 m Brust (1:08,59 min / 20.) zurückmeldete und sich damit ins DM-Ranking schwamm. Der Mindener Thorben Oevermann, der über den 1. Paderborner SV zu den Wasserfreunden lieferte über 50 m Freistil (24,90 / 23.) eine solide und über 100 m Rücken (1:04,77 min / 39.) eine starke Leistung ab.

 

Lobenswert auch die Leistungen des 15-jährigen Rückenspezialisten Alexander Teubert in der offenen Klasse, der seine Jahrgangsmeisterschaften (Jahrgänge 2000 – 2004) erst am kommenden Wochenende in Dortmund hat. Neben einer neuen Bestmarke über 100 m Rücken (1:02,59 min / 25.) schwamm er die beiden anderen Rückenstrecken (50 m: 29,33 sec / 32. und 200 m: 2:18,23 min / 19.) auf Bestzeitenniveau. „In Dortmund dürfte er noch etwas schneller sein.“

 

Dafür steckte Brustschwimmerin Ilka Bathe (20) das Trainingslager wohl noch in den Knochen, die ihre beste Leistung über 50 m Brust (35,31 sec / 30.) abrufen konnte. „Hier fehlen noch ein paar Zehntel an der ‚Quali-Zeit’ für die Deutschen.“ Alexander Bockhorst (32,53 sec / 63.) erzielte über dieselbe Strecke eine neue Saisonbestzeit.

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