Der bronzene Schmetterling

Stilistisch eine Klasse für sich: Lena Rosenstengel gewinnt NRW-Bronze in der Offenen Klasse über 100 Meter Schmetterling. Foto(s): Peter Unger

Mit zwei Vizetiteln und einem Bronzerang belohnte sich Alexander Teubert für seine couragierten Rennen. Außerdem knackte der 16-jährige Schüler erstmals über 100 Meter Rücken die Minutengrenze.

Sechs Top-Ten-Platzierungen erreichten die Wasserfreunde-Staffeln, darunter die 4 x 50 Meter Lagenstaffel mit Fabian Mund, Niklas Klingenberg, Philipp Strehle und Gabriel Lotz (von links).

 

 

 

 

Der bronzene Schmetterling

 

24 Top-Ten-Platzierungen für die Wasserfreunde bei den NRW-Meisterschaften – Lena Rosenstengel drittschnellster Schmetterling in NRW – Rücken-Spezialist Alexander Teubert holt drei Jahrgangs-Medaillen.

 

Zwanzig Wasserfreunde-Aktive hatten die Tickets für die NRW-Meisterschaften in der Wuppertaler Schwimmoper gelöst – so viele wie noch nie. Unter dem Strich verbuchten sie zahlreiche Finalteilnahmen und stellten mit Lena Rosenstengel die drittschnellste Frau in NRW über 100 Meter Schmetterling. Für eine Überraschung sorgte zudem die 4 x 50 Meter Mixed-Staffel, die taktisch gut aufgestellt mit einer Zehntelsekunde Vorsprung vor der SG Essen in 1:39,64 Minuten den Bronzerang sicherte. Es siegte der SC Aqua Köln (1:36,55 min) vor der SG Dortmund (1:37,80 min).

 

„Erneut lief es ganz hervorragend für uns“, bilanzierte Christof Taube nach einem ereignisreichen Wochenende. Immerhin sammelten die Wasserfreunde sechs Medaillen bei den NRW-Kurzbahnmeisterschaften (Offene Klasse und Jahrgangswertung). Außerdem kehrten sie mit einer Fülle an persönlichen Bestzeiten aus Wuppertal zurück – darunter auch zwei neue Vereinsrekorde durch Niklas Klingenberg und die Freistil-Staffel der Männer.

 

„Damit haben wir es erneut geschafft, mit Superzeiten in die Phalanx der in NRW dominierenden Vereine einzubrechen“, erläuterte der Wasserfreunde-Coach. „Mit Gabriel Lotz (23,78 sec) und Niklas Klingenberg (23,82 sec) habe ich beide Jungs zuerst gesetzt, die auf Platz 3 rangierend vorne super mitmischten.“ Lena Rosenstengel (25,81 sec) konnte den Vorsprung dann bis auf zwei Längen ausbauen, bevor Lara Pohlmann (26,13 sec) das Rennen endgültig nach Hause schwamm.

 

Sehr gut präsentierte sich auch die  4 x 50 Meter Freistil-Staffel der Damen mit Lara Pohlmann, Lena Rosenstengel, Karolin Taube (26) und Pia Oberhokamp (19), die in 1:47,19 Minuten nur denkbar einen Medaillenring verpasste und hinter dem Kölner, Dortmunder und Essener Quartett auf dem undankbaren vierten Platz landete. „Zu Bronze haben letztlich zwei Sekunden gefehlt.“ Immerhin schafften es noch vier weitere Wasserfreunde-Staffeln unter die Top-Ten in NRW: die 4 x 50 Meter Lagen-Staffel der Damen (2:00,45 min / 6. Platz), die 4 x 50 Meter Freistil-Staffel der Männer in Vereinsrekordzeit (1:35,91 min / 7. Platz), die 4 x 50 Meter Lagen-Mixed-Staffel (1:52,46 min / 9. Platz) sowie die 4 x 50 Meter Lagen-Staffel der Männer (1:47,14 min / 10. Platz). In der Lagen-Staffel der Damen ist erstmals die erst 13-jährige Lina Haberstroh mitgeschwommen. „Über Brust war sie mit 35,43 Sekunden sehr schnell unterwegs.“

 

Deutlich unter 28 Sekunden blieb ‚Schmetterling’ Lena Rosenstengel in der Lagenstaffel, die zudem in den Einzelrennen mit drei Finalteilnahmen glänzte. Um Kraft zu sparen, hatte sie Christof Taube allerdings im Schmetterlings-Sprint abgemeldet. Eine richtige Maßnahme wie sich an den weiteren starken Ergebnissen ablesen lässt. Die 22-jährige Studentin musste sich über 100 m Schmetterling (1:01,24 min) nur Jessica Steiger (Vfl Gladbeck) und Jana Markgraf (SG Essen) geschlagen geben. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille wurde Lena Rosenstengel noch Sechste über 200 m Schmetterling (2:17,96 min). „Um die Ausdauer zu stärken, müssen wir bis zu den Deutschen noch im GA-Bereich arbeiten.“

 

Die Qualifikation zu den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften hat auch Karolin Taube geschafft, die sich in den Finalläufen sowohl über 200 m Rücken (2:20,45 min / 6. Platz), als auch über 100 m Rücken (1:04,57 min / 7. Platz) ihren Bestmarken annäherte. „Im Vorlauf war Karo sogar noch ein bisschen schneller. Allerdings fehlt ihr noch die Spritzigkeit.“ Dritter im Bundes der Finalteilnehmer war Niklas Klingenberg, der seinen Vereinsrekord über 200 m Schmetterling gleich zweimal verbesserte. Im Finale (2:09,81 min) erreichte der 22-jährige Ex-Ahlener damit Rang 7. Ebenfalls ins Ranking für die Deutschen hat sich Carla Beckmann über 200 m Schmetterling (2:25,59 min / 15. Platz) geschwommen. Mit persönlichen Bestmarken über 100 m Lagen (1:02,95 min / 60.) und 50 m Schmetterling (26,83 sec / 53.) überzeugte Claudius Ditz bei seiner ersten NRW-Teilnahme.

 

Brust-Spezialist Fabian Mund (21) bestätigte seine gute Form mit neuer Bestzeit über 50 m Brust (30,02 sec / 27.). Knapp darüber blieb er über 100 m Brust (1:05,60 min / 16.). Entsprechend motiviert bereitet er sich jetzt auf die Deutschen vor. Noch etwas besser platziert war Pia Oberhokamp (19), die über 1500 m Freistil (18:44,35 min / 10.) in die Top-Ten schwamm. Über Top-Leistungen konnten sich auch der Ex-Paderborner Thorben Oevermann (20) freuen, der mit Bestzeit über 50 m Freistil (23,72 sec / 12.) als Zwölfter aus dem Wasser stieg. Nur jeweils einen Rang schlechter platziert überzeugte auch Lara Pohlmann (18) im Freistil-Sprint (26,83 sec / 13.), während Philipp Strehle (21) über 100 m Schmetterling (58,01 sec / 13.) trotz technischer Probleme auf Bestzeiten-Niveau unterwegs ist. Zudem blieb er über 200 m Freistil (1:58,98 min / 34.) erneut deutlich unter zwei Minuten. „Er ist mit 57 Sekunden angegangen und dann die zweiten hundert Meter konstant stark geschwommen.“

 

Der erst 15-jährige Timo Pohlmann startete ebenfalls in der Offenen Klasse – und das gleich viermal. Bei seinen Rennen erreichte er nicht nur die Pflichtzeiten, sondern glänzte auch mit Top-Leistungen, etwa über 200 m Freistil (2:01,31 min / 44.) und über 50 m Schmetterling (26,62 sec / 41.).

 

Vier Medaillen im Jahrgang

 

Vier weitere Medaillen sammelten die Wasserfreunde in der Jahrgangswertung, wobei allein drei auf das Konto von Alexander Teubert gingen. Der 16-jährige Schüler triumphierte auf allen Rückenstrecken. Er holte jeweils Silber über 50 m Rücken (27,84 sec) und 100 m Rücken (59,53 sec) und komplettierte seine Medaillensammlung mit Bronze über 200 m Rücken (2:10,41 min). „Erstmals blieb Alexander unter der Minutengrenze – wahrlich ein Super-Wochenende für ihn.“

 

Bronze gab es zudem noch im 1500-Meter-Kraul-Marathon durch die 14-jährige Pia Kleinebekel, die trotz Rückenproblemen als Dritte in 19:10,11 Minuten ins Ziel kam. Bestzeiten notierte Christof Taube bei der NRW-Premiere von Anna Haberstroh (14), etwa über 100 m Schmetterling (1:11,95 min / 14.), aber auch für ihre ein Jahr jüngere Schwester Lina (13) über 100 m Brust (1:17,56 min / 53.). Janina Poppensieker (15) erzielte im Freistil-Sprint (28,79 / 26.) und im Rücken-Sprint (32,91 sec / 17.) sehr gute Leistungen.

 

Besonders gefreut hat sich Christof Taube über die weiter ansteigende Form von Vasileios Tekidis, der nach einem Formtief zu alter Stärke zurückfindet. Als Lohn für die Plackerei auf den langen Strecken gelang dem 17-jährigen Schüler zweimal der Sprung unter die besten sechs Langstreckler in seinem Jahrgang – zum einen über 800 m Freistil (8:52,86 min/6.) und über 1500 m Freistil (16:42,75). Kurioserweise war er bei beiden Rennen schneller unterwegs als bei seinem dritten Einzelrennen über 400 m Freistil (4:24,17 min).

 

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